Kurswechsel?

Vorwort | NIKLAS PERZI | aus FALTER 25/02 vom 19.06.2002

AUSLAND. Nach den Wahlen in Tschechien könnte die antinationale Wende gelingen - wenn die neue Regierung den Mut dazu hat. 

Freitagabend in Prag: In einer der unzähligen Plattenbau-Siedlungen am Stadtrand gingen die Menschen auch noch kurz vor zehn Uhr abends zu den Urnen. Autobusse und Straßenbahnen waren mit Fähnlein in den tschechischen Nationalfarben geschmückt, von den Plakatwänden lächelte Vaclav Klaus. Schon in den Gesprächen, die man im Gang der zum Wahllokal umfunktionierten Volksschule aufschnappen konnte, war die Politik aber längst kein Thema mehr.

  Die niedrigste Wahlbeteiligung aller Zeiten bestätigt den Eindruck von der politischen Apathie, die über dem Land liegt. Das Interesse daran, wer die nächsten vier Jahre an der Moldau regieren wird, war im Ausland größer als in Tschechien selber. Vielleicht auch deshalb hielt man sich in den vergangenen Wochen auch in Wien mit Kritik an die Adresse Prags auffallend zurück und reduzierte die Kommentare auf manche


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