ISLAM UND RECHTSEXTREMISMUS: Der Feind meines Feindes

Politik | aus FALTER 25/02 vom 19.06.2002

Die extreme Rechte hat ihre Liebe zum Morgenland nicht erst seit den Anschlägen am 11. September entdeckt. Bereits im Herbst 1997 riefen Funktionäre der rechtsextremen Szene in Berlin zu einer Annäherung an die radikale islamische Organisation Hamas auf. Ihr Vorbild ist die Nahostpolitik Nazideutschlands. Denn alleine in Tunesien kämpften 1943 mehr als 6000 arabische und nordafrikanische Muslime für das deutsche NS-Regime. Treuester Verbündeter der Nazis war der Großmufti von Jerusalem, Mohamed Amin al-Husseini. Er half Heinrich Himmler, dem Reichsführer SS, den "antizionistischen Befreiungskampf" im Orient zu organisieren. Al-Husseini nannte die Araber die "natürlichen Freunde Deutschlands", da sie die gleichen Feinde hätten: die Engländer, die Juden und die Kommunisten.

  Auch in Richtung Irak streckt die extreme Rechte schon seit längerem ihre Fühler aus. Der deutsche Neonaziführer Michael Kühnen träumte 1991 davon, den irakischen Diktator Saddam Hussein mit einer Freiwilligeneinheit


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