FERNSEHEN

Medien | JULIA ORTNER | aus FALTER 25/02 vom 19.06.2002

Die traurigste Sache der Fernsehwelt sind die ehemaligen Reality-Soap-Starlets, vom TV gemacht und dann wieder kalt fallen gelassen. Die Ex-Containerbewohner verdienen Mitgefühl und eine gute Gruppentherapie. Da haben sie sich vor aller Welt die Schamhaare rasiert, die Pickel ausgedrückt, geheult, gestritten, ihre Titten gezeigt, schlechten Sex unter der Bettdecke gehabt, ihre peinlichen Bildungslücken präsentiert - und was ist davon geblieben: schlimme Erinnerungen oder, noch schlimmer, eine interaktive Show auf 9 live, einem der übelsten Billig-Sender der Welt. Dort muss Alida, die einstmals recht sympathische, recht smarte Gewinnerin von "Big Brother 2", eine jenseitige Show für dumme Menschen präsentieren: Alida stellt blöde Fragen à la "Wo steht der Eiffelturm?", Anrufer suchen sich dann aus zwei Varianten gerne die falsche aus, Alida lächelt penetrant süßlich, ist eigenartig erblondet und spricht wie ihre dümmliche Kollegin Nonsense-Stakkato. Und dafür hat sie ihr Studium aufgegeben? Aber auch der ORF hat seine Reality-Soap-Opfer: z. B. den armen Didi aus "Taxi Orange", der seinen Klimatechniker-Job aufgab, um Pubertierende durch den Kutscherhof zu führen. Tragisch.


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