WELT IM ZITAT

Kultur | aus FALTER 25/02 vom 19.06.2002

Das Wunder von Gutenstein

Ferdinand Raimund selbst hat sein ganzes Theaterleben und -streben auf ein zauberisches Gesamtkunstwerk gerichtet, bei dem man die Dichtung, die Musik und die bildende Kunst jeweils mit der gleichen Liebe betreuen muss, damit sie zu einem größeren Ganzen verschmelzen. Und das ist das Wunder von Gutenstein: Nicht nur, dass hier Raimund wiederaufersteht, sondern dass es vom Publikum und Presse auf Anhieb erkannt und angenommen wurde.

Die Academia berichtet von der überraschenden Akzeptanz des bekannt sperrigen Dramatikers Ferdinand Raimund. Wie konnte das Wunder von Gutenstein gelingen?

Marboes Vision

Ein wichtiger Teil des Erfolgs ist natürlich auch Marboes konsequente Verwirklichung einer Vision, die Theater nicht nur im engeren Sinn "produzieren", sondern auch als polysensuales Erlebnis gestalten will.

E.W. Marboe ist ja bekannt für seine polysensuale Programmgestaltung.

Im Sinne des Biedermeiers

Eine professionelle Gastronomie und eine geselligkeitsfördernde Zeltlandschaft tun das Ihre dazu, dass der Gast schon richtig eingestimmt ist, bevor er den Zuschauerraum betritt. Ganz zu schweigen von dem eigens dafür abgestellten "Nostalgiezug" nach Gutenstein, der das Gefühl einer Zeit-Reise vermittelt und - im Sinne des Biedermeier - unser allzu hochtouriges modernes Zeitgefühl auf ein angenehmes Maß herunterschraubt.

Der alte Theaterfuchs Marboe hat wirklich an alles gedacht!

Erklär uns einer den Chinesen!

Mal sind es ruckartige Öffnungen nach außen, dann wieder ein entschlossenes Rückbesinnen auf Tradition und eigene Werte - ein anmutiges und komisch rhythmisches Auf und Zu.

Helmut A. Gansterer in profil über "Gigant China".


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