Die doppelte Martha

Kultur | MAYA McKECHNEAY | aus FALTER 25/02 vom 19.06.2002

FILM. Sandrine Veyssets wunderbarer Film "Martha ... Martha" ist das Melodram einer Mutter, die vergeblich versucht, ihre Kindheit nachzuholen. 

Wenn Martha und Lise daheim Monopoly spielen, tragen beide Zöpfe: Die von Martha sind braun, die von Lise hellblond. Wenn sie auf einer Decke in der Sonne liegen, sagt Martha: "Mir ist langweilig" und schaut in die Wolken. Und wenn Lise nicht aufpasst und in einen Teich fällt, steht Martha, ihre Mutter, starr am Ufer, und sieht zu, wie die Tochter beinah ertrinkt.

  Mit "Martha ... Martha" (2001) hat die Französin Sandrine Veysset nach ihrem viel beachteten Debüt "Gibt es zu Weihnachten Schnee?" (1996), das von der Geliebten eines Großbauern und ihren sieben Kindern erzählt, und "Victor ... pendant qu'il est trop tard" (1998), in dem sich eine junge Prostituierte eines Ausreißers annimmt, einen dritten Film über eine außergewöhnliche Mutterfigur gedreht: Die dreißigjährige Martha (Valérie Donzelli) ist von nicht näher bezeichneten


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