Elegie für kleinen Riesen

Kultur | JÜRG STENZL | aus FALTER 25/02 vom 19.06.2002

MUSIKTHEATER. In der Staatsoper trauern Friedrich Cerha und Peter Turrini um den "Riesen vom Steinfeld": große Oper auf Österreichisch. 

Peter Turrini hat für Friedrich Cerha eine einfache, wahre Geschichte aufgeschrieben: 1860 wird in Steinfeld Franz Winkelmayr geboren, der später 2,58 Meter hohe "Riese". Ein geschäftstüchtiger Mann namens Klammerschneider zieht mit ihm in die große Welt hinaus und stellt den Riesen zur Schau, sogar vor Kaiser Wilhelm II. in Berlin und vor Königin Victoria in London. Mit 27 Jahren kehrt der Riese zu Muttern zurück, wenig später stirbt er. Sein Konterfei schmückt noch heute die Fassade des Dorfgasthauses.

  Die meisten Figuren der Oper "Der Riese vom Steinfeld" sind bloße Dekoration und gehören jener Welt an, die den Dorfriesen ausbeutet. Nur die Mutter und ihr jüngeres Alter Ego, die den Riesen liebende "Kleine Frau", stehen auf der Seite des Opfers. Zu einem - gar dramatischen - Konflikt kommt es nicht, die Lebensgeschichte des Riesen


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