kunst kurz

Kultur | NICOLE SCHEYERER | aus FALTER 25/02 vom 19.06.2002

Was haben Elisabeth Penker, Stefan Sandner, Anna Jermolaewa, Christian Egger, Katrin Plavcak und Andi Leikauf gemeinsam? Richtig, sie produzieren nicht nur Kunst, sondern auch Musik - ihr Herz schlägt für zwei Disziplinen. Diesen doppelten Herzschlag macht nun die von Künstler-Musiker Uwe Bressnik kuratierte Ausstellung "doubleheart" in der Kunsthalle Exnergasse (bis 24.7.) hörbar, die bei der Vernissage am 26.6. gleich mit Konzerten der Bands Colourblind, Albers und Trio exklusiv sowie Auftritten von Wolfgang Capellari, Dorit Chrysler und Bernhard Tragut startet; Konzertabende (auch mit DJs) finden noch am 15. und 24.7. statt.

  Sphärische Klänge empfangen den Besucher derzeit im Kunstbuero. Das mit Samples von György Ligeti unterlegte Video des Künstlerpaares Claudia Plank und Hans Werner Poschauko befindet sich jedoch versteckt im hinteren Bereich der Ausstellung "Urban Voodoo" (bis 6.7.). Den ersten visuellen Eindruck der Schau dominieren zwei niedrige Podeste am Boden. Fein säuberlich ausgebreitet liegen auf dem einen Muscheln, auf dem anderen Perlenketten - ein Arrangement, das an Straßenverkauf ebenso denken lässt wie an ethnologische und naturhistorische Sammlungen. Die ökonomische Deutung der Anordnung unterstützt ein Video, das einen Kreis von Münzen auf einem Gehsteig zeigt: Kein Passant bückt sich, um das glänzende Kleingeld aufzuheben, niemand tritt darauf und zerstört den Kreis. Ganz leise und eindringlich beschwören Poschauko/Plank in ihrer Ausstellung die Stadt als Ort magischer Handlungen und Denkweisen, was ihnen ohne antirationalistisches Pathos gelingt.


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