NÜCHTERN BETRACHTET: Unbedankte Mühen, unerwartete Freuden

Kultur | aus FALTER 25/02 vom 19.06.2002

Stürme toben - in unseren Herzen und um unsere Häuser - und sorgen dafür, dass die Glastüren kaputtgehen. Man soll dann - wie ich vor fünf Jahren an dieser Stelle schrieb ("Gib den Dingen eine Chance, Mutter!") - ein bisschen zuwarten, ob sich nicht auch so was tut. Nun habe ich am vergangenen Freitag das gesammelte Bruchgut aber doch eigenhändig und unter dem Absingen der Bach-Kantate "Ich will den Kreuzstab tragen" zum Glaserer geschleppt. In Kulturen, in denen der permanente Konsum von gewalttätigen TV-Serien und olivenölbeträufeltem Mozarella die Herzensbildung noch nicht völlig ausgerottet hat, werden Männer, die dergleichen auf sich nehmen, von Weib und Kind mit falschen, aber herzlichen Gesängen empfangen, mit Blumen umkränzt und einem gut gekühlten Fässchen schäumenden Gertränks begrüßt. Hierauf erlegen Weib und Kind ein Tier der Wahl des Türenträgers und steckens ihm auf einen drehenden Spieß, unter dem ein lustiges Feuer züngelt. In meinem Falle blieben


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige