Sideorders: Vive la France!

Stadtleben | aus FALTER 25/02 vom 19.06.2002

Wien ist - kulinarisch gesehen - in zweierlei Hinsicht eine globale Einzigartigkeit: Erstens gibt es keine Weltstadt, in welcher der Gesamtkonsum von deutschen Top-Rieslingen pro Jahr weniger als 0,5 Liter beträgt; und zweitens ist der Literatur auch keine Stadt der Welt bekannt, in der die französische Küche derart ignoriert wird wie hier. Und das Schlimme daran: Man ist auch noch stolz darauf. Die wenigen aufrechten Kämpfer gegen die römische Übermacht von Mozzarella, Ravioli und Branzino findet man hier:

Elsässer Bistro, 9., Währinger Str. 32/Boltzmanng., Tel. 319 76 89, Mo-Fr 11.30-15, 18.30-24 Uhr.

In der ehemaligen Outdoor-Küche des Palais Clam Gallas untergebracht, grandioser Garten, drinnen von äußerster Entzücklichkeit. Thomas Seiler kocht in Wien jetzt schon seit circa zwanzig Jahren französisch-elsässisch, Bistro-Küche, aber weit über Zwiebelsuppe & Co.

Salut, 1., Wildpretmarkt 3, Tel. 533 13 22, Di-Fr 11.30-14.30, 18-24 Uhr.

An diversen Franco-Klischees wird hier nicht gespart, die Küche ist klassisch-traditionell, aber wirklich nicht vom Schlechten.

Castillo Grill Room, 1., Biberstr. 8, Tel. 512 71 23, Mo-Fr 20-1 Uhr.

Das mit Sicherheit schrägste Frankreich-Projekt der Stadt: Severin Corti, als Kurier-Korrespondent in London zur Selbstversorgung gezwungen, lernte kochen und beweist das in der Bar seines Schulfreundes Georges Desrues. Steaks! Salate! Fisch! Großartige Brasserie-Küche zum Schwelgen, leider hört man immer öfter, dass das nicht ewig dauern wird.

La Crêperie, 1., Grünangerg. 10, Tel. 512 56 87, Di-Fr 16-24, Sa 11-24 Uhr, www.lacreperie.at

Nachfahre der Crêperie in der Jasomirgottstraße, die Einrichtung spart nicht an den üblichen verdächtigen Versatzstücken, die Karte auch nicht: Das, was sich der kleine Franzi unter französischer Küche vorstellt.


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