Singen beim Siegen

Stadtleben | Klaus Stimeder | aus FALTER 25/02 vom 19.06.2002

WM 2002. Die Anfeuerungsrufe und Fangesänge, die ein Fußballstadion in einen Hexenkessel verwandeln, machen oft auch den Unterschied am Rasen aus.

"Es gab einmal eine Zeit, da ging man vor allem wegen der Menge an Leuten zum Fußball. Da unten konnte das langweiligste Spiel aller Zeiten stattfinden, aber du konntest immer den Menschen beim Singen zusehen und zuhören. Das war das eigentliche Erlebnis. Heute dagegen singen sie fast nicht mehr." So lautet die Conclusio des hierzulande leider nur schwer erhältlichen Buchs "You're not singing anymore" des britischen Popjournalisten Adrian Thrills. Thrills, auf der Insel bekannt geworden durch seine Biografien (er porträtierte unter anderem die Ska-Truppe Madness oder die Punks von The Jam), exhumierte in diesem 1996 erschienenen Standardwerk längst verschollen geglaubte Stadiongesänge und Anfeuerungsrufe. Seine These, dass heute in den modernen Arenen nicht mehr gesungen wird, mag stimmen. Aber angefeuert wird wie eh und je. Und gerade


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