WM-Auskenner: Der Favorit ist tot!

Stadtleben | REINHARD KRENNHUBER | aus FALTER 25/02 vom 19.06.2002

Es lebe der Underdog! Mit diesem Slogan versuchte vor allem das dem Superlativ verpflichtete Bezahlfernsehen das Vorrundenaus der Franzosen, Argentinier und Portugiesen vergessen zu machen. So schnell der Hype um Zidane, Batistuta und Figo einer Sympathiewelle für die Außenseiter wich, so schnell wird er mit Totti, Ronaldo oder Raul im Halbfinale wieder seine Renaissance erleben. Die Chancen dafür stehen - leider - gut. Und weil der Außenseiterbonus der US-Kicker angesichts ihrer derzeitigen Regierung verpufft, bleiben nur die Veranstalter und Senegal als Hoffnungsträger. Dem Fußball in Japan und Südkorea ist für seine Entwicklung nach der WM ein Erfolg zu wünschen. Noch wichtiger wäre aber eine Finalteilnahme oder ein Titel für Afrika. Das würde nicht nur die Vergabepolitik der FIFA (Deutschland 2006) ad absurdum führen, sondern auch dazu beitragen, dass rassistische Aussagen wie jene des dänischen Trainers Morten Olsen in Zukunft unterbleiben. Der hatte nach dem Spiel gegen Senegal gemeint: "Wir hätten den Afrikanern niemals Fußballspielen beibringen dürfen. Sie haben eine genetische Veranlagung zu hartem Spiel." Camara, Diouf und Coly könnten einem Kontinent den Respekt bringen, den er schon lange verdient!

Reinhard Krennhuber ist Ko-Herausgeber des Fußballmagazins "ballesterer fm".


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