Krank gemachte Kassen

Vorwort | STEPHAN SCHULMEISTER | aus FALTER 26/02 vom 26.06.2002

KOMMENTAR. Sozialstaat und "schlanker Staat" passen so, wie die Regierung es will, nicht zusammen. 

In der Vergangenheit bekannte sich die Regierung zu zwei Grundsätzen. Erstens zum "Sozialstaat Österreich" - dieser sei in keiner Weise gefährdet, das entsprechende Volksbegehren deshalb überflüssig. Zweitens zu einem "schlanken Staat" - sein Anteil an der Gesamtwirtschaft ("Staatsquote") solle von 46 auf vierzig Prozent gesenkt werden. Beides kann man nicht haben. Das Lavieren zwischen diesen beiden "Polen" wird am Beispiel der Krankenkassen deutlich.

  Eine umfassende Gesundheitsversorgung ist essenzielle Komponente des Sozialstaats. Gleichzeitig wächst der Gesundheitsaufwand stärker als die Gesamtwirtschaft, und zwar sowohl aus Gründen der Nachfrage wie des Angebots.

  Zwei Faktoren lassen die Nachfrage nach Gesundheitsleistungen überdurchschnittlich wachsen. Erstens die steigende Lebenserwartung und damit die Zunahme des Anteils älterer Menschen. Und zweitens das mit besserer


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