WAS WAR/KOMMT/FEHLT

Politik | aus FALTER 26/02 vom 26.06.2002

WAS WAR: Neuer Serienmörder?

Die Wiener Polizei hat vergangene Woche einen Mann festgenommen, der nach dem Prostituiertenmörder Jack Unterweger einer der brutalsten Serienmörder Wiens sein könnte. Der 36-jährige ÖBB- Beamte Helfried Berger hat gestanden, eine Prostituierte umgebracht und zerstückelt zu haben. Bei den Einvernahmen im Wiener Sicherheitsbüro gestand er drei weitere Prostituiertenmorde. Dieses Geständnis widerrief er jedoch nach dem ersten Kontakt mit seinem Anwalt. Die Polizei sucht nun nach weiteren unaufgeklärten Fällen. Die Rechtsanwältin Astrid Wagner, ehemalige Gefährtin Unterwegers, fordert nun auch dazu auf, die Unterweger-Morde noch einmal genauer zu überprüfen.

WAS KOMMT: "Pride" am Ring

Sie haben allen Grund zu feiern. Am Samstag, dem 29. Juni, zieht die Regenbogenparade ab 15 Uhr bereits zum siebten Mal über den Ring. Diesmal wird wohl auch die Aufhebung des Paragrafen 209 gefeiert werden. Mehr als 50 Vereine und Gruppen werden mit Sattelschleppern, Pkws, Motorrädern oder einfach mit dem Ghettoblaster in der Hand die Ringstraße beschallen und lautstark die rechtliche Gleichstellung von Schwulen und Lesben und Transgender-Personen fordern. Falter-Kolumnist Hermes Phettberg wird im eigens angemieteten Fiaker eine Runde über den Ring ziehen. Treffpunkt ab 13.30 Uhr beim Stubenring/Georg-Coch-Platz

WAS FEHLT: Geld für Bundesasylsenat

Der Unabhängige Bundesasylsenat stöhnt unter zunehmender Belastung. Pro Jahr muss das unabhängige Gremium rund 5000 Fälle entscheiden. Die Fälle nehmen jedoch zu. Der Rückstau betrug gegen Ende des Vorjahres bereits 7500 Asylverfahren. Die FPÖ fordert nun aufgrund der bürokratischen Probleme des Bundesasylsenates eine "Beschleunigung der Asylverfahren". Im Innenministerium denkt man bereits darüber nach, den Asylsenat seiner Unabhängigkeit zu berauben. Er hatte in letzter Zeit mehrere Urteile gefällt, die politisch nicht angenehm waren.


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