STREIFENWEISE

Kultur | MAYA McKECHNEAY, MICHAEL LOEBENSTEIN | aus FALTER 26/02 vom 26.06.2002

Barbet Schroeders "Murder by Numbers" ("Mord nach Plan") ist nicht der innovativste Thriller der Dekade: 1. Den Mord gabs schon mal, und zwar ganz real: 1924 töteten in Chicago zwei reiche Collegestudenten - Loeb & Leopold - einen Bekannten, nur zum Beweis der eigenen Überlegenheit. 2. Die Verfilmung gabs schon mal: 1948 ließ sich kein Geringerer als Alfred Hitchcock durch den Fall zu seinem Kammerspiel "Rope" ("Cocktail für eine Leiche") inspirieren. 3. Das Setting gabs schon mal: Regisseur Schroeder versetzt Täter und Tat nach Kalifornien, ins Milieu der reichen armen Kids, so wie wir es aus den Romanen eines Bret Easton Ellis kennen. Ziemlich neu auf der Leinwand sind dagegen Ryan Gosling und Michael Pitt, die dem Ganzen als Jungdelinquenten Charakter geben. Und, Überraschung, wie neu ist auch Sandra Bullock: kaum geschminkt, fast maskulin, raunzt sie sich als Kommissarin - genannt "die Hyäne" - durch den Film. Wenn sie irgendwann diesen Spitznamen erklärt ("Weibliche Hyänen

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