Ich bin für Flora

Kultur | ANDREA DUSL | aus FALTER 26/02 vom 26.06.2002

GRAFIK. Der Zeichner Paul Flora feiert dieser Tage seinen 80. Geburtstag. Der "Falter" hat den Künstler in seiner Innsbrucker Villa auf der Hungerburg besucht und wurde sogar ins Innere der Flora'schen Welterschaffungsmaschine vorgelassen. Eine Hommage. 

Er zeichne, räsoniert Paul Flora in einem retrospektiven Katalogtext, "um mich selbst zu unterhalten". Er sei also ein gewöhnlicher Egoist, dem es nicht um die Rettung des Abendlandes ginge. Lehren würden von Propagandisten verkündet und wer Botschaften habe, solle ein Telegramm schicken, zitiert Flora Billy Wilder. Matisse hat sich dazu bekannt, Bilder zu malen, die wie bequeme Sessel wirken. Schwitters wiederum merkte an, er sei Künstler, und wenn er ausspucke, so sei dies Kunst. "Ich bin für Matisse", deklariert sich Paul Flora. Ich bin für Flora.

  Die Wiese, die Floras Innsbrucker Villa umgürtet wie ein Glacis eine barocke Festung, ist getrimmt wie der Rasen eines britischen Lords. Floras Händedruck ist weich und fest zugleich;

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