Boden ohne Blut

DANIEL KEHLMANN | Kultur | aus FALTER 26/02 vom 26.06.2002

LITERATUR. Sein Engagement für die Nazis hat Knut Hamsun zu einem der umstrittensten Autoren des 20. Jahrhunderts gemacht. Dass sich der große Epiker gegen den Propagandisten durchsetzen konnte, beweist nicht zuletzt sein nun neu übersetztes Buch "Auf überwachsenen Pfaden". 

Am 19. Februar 1952 starb der 93-jährige Knut Hamsun, verarmt, schwer krank und widerwillig gepflegt von seiner zerrütteten Familie auf seinem verfallenden Hof Nörholm. Er war einer der meistgehassten Männer Norwegens, Hunderte Exemplare seiner Bücher wurden ihm von seinen Lesern über den Gartenzaun zurückgeworfen - eine in der Literaturgeschichte wohl einzigartige Geste kollektiver Verachtung.

  Hamsun wurde unter dem Namen Knud Pedersen 1859 in Gudbrandsdalen geboren; seine Schulausbildung war notdürftig, eine Universität besuchte er nie. Als junger Mann schlug er sich mit Gelegenheitsjobs durch, war Hauslehrer und Straßenarbeiter und wanderte, wie viele Landsleute, nach Amerika aus. Er war Farmarbeiter

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