Penzinger Hölle

CHRISTOPHER WURMDOBLER | Stadtleben | aus FALTER 26/02 vom 26.06.2002

WIEN UMGEHEN. In der letzten Folge der Serie zum topographischen Projekt des Tanzquartiers beschäftigt sich der Theatermacher Hubsi Kramar mit Penzing. 

Beim Gloriette-Kino sieht es noch immer fast so aus wie in den Fünfzigerjahren. Der Blick auf Schloss Schönbrunn ist weitestgehend unverbaut. Und in manchen Gassen Penzings würde sich niemand wundern, wenn die Bewohner Biedermeierkostüme tragen würden. Viele Dinge ändern sich eben nie. Obwohl: Die Nestroy-Büste beim Reinhardseminar, die 1978 jemand rot angemalt hat, wurde mittlerweile durch eine schnöde Steinkugel ersetzt. So weit die paar ersten Wiederentdeckungen von Hubsi Kramar in Wien 14.

  "Ich schau jetzt anders, viel bewusster", sagt Kramar. Das Tanzquartier hat den Theatermacher jetzt für das topographische Projekt "Wien umgehen" (23 lokale und internationale Künstler leben je zehn Tage in einem der 23 Wiener Bezirke und berichten anschließend über ihre Erfahrungen) eine Zeitlang nach Penzing und Hütteldorf geschickt.

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