Liebe Leserin, lieber Leser!

Vorwort | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 27/02 vom 03.07.2002

Schön, wenn Männer Gefühle zeigen können. So geschehen während des Fußball-WM-Finales, als der Chef- und sein bester Theaterredakteur, Armin Thurnher und Wolfgang Kralicek - an sich beide nicht für übermäßig extrovertierte Zärtlichkeitsbekundungen gegenüber Angehörigen des eigenen Geschlechts bekannt - einander in die Arme fielen. Carsten Fastner hatte wohlweislich einen anderen Ort aufgesucht, um seinen Landsmännern beim Verlieren zuzuschauen, und ich, der ich diesmal deutschem Kollektivgeist vor brasilianischer Verschlagenheit den Vorzug gegeben hatte - nicht zuletzt, um das deutsch-österreichische Versöhnungswerk voranzutreiben -, saß eine Reihe dahinter und sah meinen Kollegen kleinlaut beim Schmusen zu. Das kommt allerfrühestens in zwei Jahren wieder.

Abseits des Fußballs gab es wenig. Selbst das Gespräch von Thurnher mit Kanzler Wolfgang Schüssel (Seite 8) fand am Rande des Fußballplatzes statt. Weil Schüssel im Anschluss an das Interview mit einer Auswahl von

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