"Sie haben es gewollt"

NINA HORACZEK und FLORIAN KLENK | Politik | aus FALTER 27/02 vom 03.07.2002

JUGENDSCHUTZ. Minderjährige Mädchen pendeln zwischen Jugendheim und Swingerclub. Die Behörden gehen schweren Vorwürfen nicht nach. Der Fall zeigt, wie schlecht das Gesetz "sozial verwahrloste" Jugendliche vor sexueller Ausbeutung schützt. 

Viktor Hennemann hat hier viel investiert. Einen 21 Meter langen "Kennenlerntresen aus Wurzelholz". Ein sieben Meter langes Buffet mit Schweinsbraten, Schnitzel und Hendln. Einen Speisesaal im "Bauernbarock, weil der Österreicher nicht gerne im Plüsch isst", dazu Schwimmbad, Sauna und jede Menge Matratzen für seine Gäste. Wir befinden uns im Reich des "King of Swing". Im tausend Quadratmeter großen Kore-Palast, einem Swingerclub oder, wie es Hennemann nennt, einem "Espresso-Gewerbebetrieb". Hier gäbe es im Gegensatz zu anderen Lokalen "keinen Mädchenmangel". Viktor Hennemann ist ein erfolgreicher Geschäftsmann und erfreut sich auch überregionaler Bekanntheit, seit er in Ulrich Seidls preisgekröntem Film "Hundstage" den "Zuhältertyp Vickerl"

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