JUGENDLICHE PROSTITUIERTE: Strafen nur für Jugendliche

Politik | NINA HORACZEK / FLORIAN KLENK | aus FALTER 27/02 vom 03.07.2002

Sie warten nachts im Prater, in großen Einkaufszentren oder auf der Mariahilfer Straße. In Wien arbeiten rund 500 jugendliche Prostituierte. Ihre rechtliche Lage ist skandalös. Wird ein Mädchen vor seinem 14. Geburtstag von einem Freier aufgesucht, drohen dem Kunden bis zu fünf Jahre Haft. Doch sind die Mädchen erst einmal 14 geworden, dreht sich der Spieß um. Dann gelten die Jugendlichen als "illegale Prostituierte", werden mit hohen Geldstrafen bedroht und auch noch vom Staat finanziell ausgenommen. "Die Strafen summieren sich. Wenn die Mädchen nicht zahlen können, kommen sie ins Gefängnis", sagt die Wiener Streetworkerin Suzy Hofmann, die jahrelang jugendliche Prostituierte am Strich betreute. Die Freier hingegen machen sich nicht strafbar.

  Während Österreich über besseren Schutz für Jugendliche diskutiert, wird die rechtliche Situation jener Mädchen, die auf der Straße anschaffen müssen, um ihren Drogenkonsum zu finanzieren, völlig vergessen. Rechtsschutz gibt es


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige