Mediensplitter

Medien | aus FALTER 27/02 vom 03.07.2002

Qualitätsprobleme Die Flaggschiffe der deutschen Qualitätspresse haben Probleme. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung spricht von Kündigungen im "dreistelligen Bereich" in der gesamten FAZ-Gruppe. In der FAZ selbst wurden per 30. Juni auch die "Berliner Seiten" eingestellt. Außerdem soll der Umfang des überregionalen Feuilletons verkleinert werden. Die FAZ-Gruppe musste im abgelaufenen Geschäftsjahr laut eigenen Angaben ein Minus der Umsatzerlöse um 22,5 Prozent auf 416 Mio. Euro hinnehmen. Der Jahresverlust betrug 27 Mio. Euro (2000 war es noch ein Plus von 33 Mio. Euro gewesen). Erstmals schrieb auch die Süddeutsche Zeitung rote Zahlen. Trotz steigender Auflage sind die Anzeigenumfänge 2002 um 22 Prozent, die Stellenanzeigen um 53 Prozent gesunken. Der Süddeutsche Verlag (5000 Mitarbeiter) will zehn Prozent seiner Personalkosten einsparen. Auch bei der Neuen Zürcher Zeitung muss man aufgrund gesunkener Anzeigeneinnahmen sparen.

Verkaufte Qualität Gruner+Jahr hat seine Qualitätszeitung verkauft. Die mit großen Ansprüchen ("Hauptstadtblatt") übernommene Berliner Zeitung ging an den Holtzbrinck-Konzern, wo der Berliner Konkurrent Tagesspiegel erscheint. Eine Fusion sei nicht geplant, hieß es.

Einkauf Die RTL-Gruppe will neuer Gesellschafter beim Berliner Nachrichtensender n-tv werden. Die Kölner wollen den 47,3-Prozent-Anteil von Holtzbrinck übernehmen. Holtzbrinck will auch seine Anteil am RTL-Radio verkaufen.

FUSSBALL Besser spät als nie. Auch im Nachhinein, auch nach der Fußball-WM, liest sich das Fanzine "Ballesterer" gut. Es hat Berichte über japanische Fankultur, kollektives Pickerlsammeln und ein Interview mit Willi Kreuz, einem der Helden von Cordoba. Erhältlich ist das Magazin in ausgewählten Buchhandlungen, etwa Godai (15., Mariahilfer Straße 169) oder Zentralbuchhandlung (1., Schulerstraße 1-3) oder direkt bei der Redaktion: ballesterer@gmx.at


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