PRESSESCHAU

Medien | EVA WEISSENBERGER | aus FALTER 27/02 vom 03.07.2002

Die Bild-Zeitung ist eine einzige Enttäuschung. "Oli, du kahnst uns mal!" hätten sie am Montag titeln können. Aber nein, die Hamburger entschieden sich für die pietätvolle Schlagzeile: "Hier tröstet ihn seine Mutter." Samt passendem Foto. Auf der nächsten Seite wird es noch rührseliger: "Vielleicht hilft weinen, Oliver Kahn", rät Bild, "einfach weinen, bis das Eis schmilzt." Aber auch die heimischen Kollegen weideten sich nicht an der Niederlage der Piefkes. "Das dicke Ende ist ein neuer Anfang", vertröstete der Standard die Deutschen auf 2006. "Die deutschen Fußballer haben erst durch diese Niederlage angedeutet, dass sie vielleicht doch nicht ganz zu Unrecht ins Finale vorgestoßen waren", rang sich sogar der Kurier so etwas wie Respekt ab. Und Michael Kuhn von der Krone "grausts, wenn über den Schnitzer des zuvor überragenden WM-Goalies herzhaft gelacht wird". Was ist los, wo bleibt die Schadenfreude? Nur auf der WM-Site von standard.at findet sich noch eine - mittlerweile überholte - Gehässigkeit von Peter Pilz: "Das Böse ist weltweit auf dem Vormarsch. Das wird morgen durch den Umstand, dass Deutschland Fußballweltmeister wird, einmal mehr bewiesen."


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