FERNSEHEN

Medien | CHRISTOPHER WURMDOBLER | aus FALTER 27/02 vom 03.07.2002

Ja, das sei nun mal "kontrovers", "irgendwie ein Grenzbereich", und wenn man Probleme damit habe, dürfe man ruhig ein E-Mail schicken, druckst am Ende der Sendung eine VIVA-Moderatorin herum. Zuvor gabs aber nicht etwa das neueste homophobe Eminem-Video oder einen besonders frauenfeindlichen Rap-Clip, sondern die neueste Fernsehshow von Christoph Schlingensief. "Freakstars 3000" heißt die Sendung (Sa 22, So 24 Uhr, VIVA), in der sich der Theater- und Filmemacher wieder mal mit einem TV-Phänomen auseinander setzt. Diesmal geht es Schlingensief um jene Show-Formate, in denen synthetische Popbands hergestellt werden. So wie bei "Popstars" wird ebenfalls die Entstehungsgeschichte einer Band gezeigt, deren Mitglieder sich erst einem Casting unterziehen, dann singen und tanzen müssen und am Ende ein Platte herausbringen. Neu ist: Die Teilnehmer sind geistig Behinderte. Und sie scheinen bei den Dreharbeiten für "Freakstars" eine Menge Spaß gehabt zu haben. Statt Menschen mit Behinderung wegzusperren, stellt sie Schlingensief nämlich in den Mittelpunkt. Ganz, ohne sie vorzuführen. Verstörend ist das schon. Aber trotzdem gut. Und schön.


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