Kommentar: Ist die Theaterstadt Wien im Aufbruch?

Kultur | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 27/02 vom 03.07.2002

Unlängst widmete ich mich wieder einmal meiner Lieblingsbeschäftigung: Ich diskutierte über den Zustand des Wiener Theaters. Unter dem vorsichtig optimistischen Motto "Wiener Theaterlandschaft im Aufbruch?" hatte der Kultursprecher der Wiener SPÖ zu einem "Kulturgespräch" in den Ringturm gebeten, und alle, alle waren sie gekommen: die frustrierten Vertreterinnen der diversen Beiräte von Stadt und Bund und die dauergenervten Funktionärinnen der IG Freie Theaterarbeit; der jammernde arbeitslose Schauspieler und der polternde Volkstheatermime; der Puppentheatermacher, der gerne mehr Zeit zum Bücherlesen hätte, und natürlich auch der Regisseur aus der freien Szene, der am liebsten das Theater in der Josefstadt zusperren würde.

Obwohl von Aufbruchsstimmung kaum etwas zu spüren war, ist der Gedanke daran nicht ganz abwegig. Es liegt was in der Luft. Die Neustarts an Schauspielhaus und Rabenhof haben - was immer man an den bisher gezeigten Produktionen kritisieren mag - jedenfalls eines


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