NÜCHTERN BETRACHTET: Wie ich Hakan Sükür austricksen konnte

Kultur | aus FALTER 27/02 vom 03.07.2002

Stundenlang ist Hakan Sükür wach gelegen, hat seinen Fuß beschimpft, sich ausgemalt, wie ihn die Zehnjährigen mit ballesterischen Pantomimen in den Parks von Parma und Istanbul verhöhnen, ist in einen seichten Schlaf mit Träumen voller verwerteter Chancen abgetaucht, nur um nach dem Erwachen feststellen zu müssen, dass er den Ball gegen Senegal doch nicht reingemacht hat. Irgendwann wird er sich dann mit dem Titel "Wappler des Monats" abgefunden haben. Es mag ihm ein kleiner Trost sein, dass diese zweifelhafte Auszeichnung dann doch noch an ihm vorübergegangen ist. Alles schien bereits gelaufen, als es mir am Vormittag des 28. Juni - also sozusagen in der 84. Minute - gelang, die Partie noch einmal herumzureißen und Sükür den Titel abzujagen. Aus dem Blitzblauen heraus, wie manch einer anmerken mag. Dem ist entgegenzuhalten, dass mit einem Topscorer meines Formates immer zu rechnen ist. Ich bin ein Turniertyp, den man nie abschreiben kann. Ich bin sozusagen der Ronaldo des Wapplertums.


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