Zum Bio-Skandal

Vorwort | ARMIN THURNHER | aus FALTER 28/02 vom 10.07.2002

SEINESGLEICHEN GESCHIEHT. Der Erfolg frisst seine Kinder. Der Bioskandal ist eine logische Erfolgs- und Wachstumskrise. 

In den Siebzigerjahren wurde Essen wichtig. Ein paar verrückte Köche versuchten die Renaissance der Wiener Küche. Erneuert, fettärmer, gesünder und frischer sollte sie sein. Über diese austrifizierte Nouvelle Cuisine machten sich viele lustig. Wenige erfassten den Zusammenhang von Impulsen, die aus der Marktküche des Paul Bocuse zu uns kamen, mit jenen bärtigen Gesellen, die sich in härenen Pullovern aufs Land zurückzogen. Größere Gegensätze als der Manager beim leichten Businesslunch auf Spesen und der Landkommunarde, der seine Kartoffeln mit klammen Fingern ausbuddelte, schienen kaum denkbar.

Dabei drückten beide nur die zwei verschiedenen Seiten des Bedürfnisses nach richtiger Ernährung aus. Die einen drehten es ins Luxuriöse, die anderen ins Sektiererische. Beides gedieh auf einer Wirtschaftslage jenseits der Mangelproduktion. Das Wirtschaftswunder


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