STANDPUNKT: Stadler, die Ente

Politik | aus FALTER 28/02 vom 10.07.2002

Profil fragt diese Woche, ob Volksanwalt Ewald Stadler ein "Nazi" sei. Man sollte einen alten erkenntnistheoretischen Grundsatz heranziehen, um diese Frage zu beantworten: Was aussieht wie eine Ente, watschelt wie eine Ente und quakt wie eine Ente, ist eine Ente. Ewald Stadler betont stets, alle Verbrechen aller schrecklichen Regime abzulehnen. Doch eine Differenzierung zwischen den Gräueln der Nazis und anderer Regime will er nicht vornehmen. Selbst die Befreiung Österreichs von den Nazis durch die Alliierten sieht er als "angebliche" an. Damit will Stadler zum Ausdruck bringen, dass "gewisse Kreise" (wahrscheinlich die "Ostküste" und der "linke Mob" ) der Öffentlichkeit diese Sicht der Dinge aufdrängen und Besatzung gleich Besatzung sei. Stadler steht mit dieser Verharmlosung des Nationalsozialismus in bester Tradition der deutschen Neonaziszene um den Terroristen Horst Mahler. Auch dort preist man ja nicht Auschwitz, sondern man pocht auf das Recht auf Meinungsfreiheit. Stadler betonte in einer Rede ja auch, dass Österreich "einen Umgang mit seiner Zeitgeschichte, wie ihn Horst Mahler pflegt", braucht. Mahler prophezeite die "Vernichtung der Juden" und warnt vor der "Überfremdung des Volkskörpers". Auch Stadler tritt gegen Zuwanderung ein. Er sieht aus wie eine braune Ente, watschelt wie eine braune Ente, quakt wie eine braune Ente. Ewald Stadler ist eine braune Ente. F. K.


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