WELT IM ZITAT

Kultur | aus FALTER 28/02 vom 10.07.2002

Ungesprengter Rahmen

Weder Glasers Erzählung "Geschichte von Nichts" noch Pehnts "Insel Vierunddreißig" - und auch nicht die Texte von Mirko Bonné, Gewinner des mit 8500 Euro dotierten Ernst-Willner-Preises der Verlage, oder Raphael Urweider, Gewinner des 3sat-Preises - nämlich sprengten den Rahmen inhaltlicher wie formaler Wohlanständigkeit, freundlich-realistischer Feuilleton-Kompatibilität, den sich die Juroren selbst gesteckt hatten.

Das Feuilleton des Standard aber lässt sich nicht einlullen.

Ungesprengter Schmalweg

Bei allem Wohlwollen trägt Glasers Sieg jedoch den Beigeschmack des Kompromisses nach einem Wettbewerb, in dem nicht ein einziger Text den stilistischen Schmalweg des erzählerischen Realismus zu sprengen wagte, in dem kein Text nur ansatzweise formale oder inhaltliche Wagnisse einging.

Noch einmal der Standard.

Ungesprengter Rahmen 2

Den Rahmen der bravbiederen Erzähl-Meublage, der massenkompatiblen Konfektionsware, wie sie in großen Mengen produziert werden, einem großen Publikum zumutbar und also verlegbar sind, sprengten sie nicht.

Ein letztes Mal fordert der Standard eine unverlegbare Literatur.

Wegen großen Erfolges wiederholt

Die Präsentation des CD-Schrankes in den Medien wurde mit großem Interesse angenommen. Aus diesem Grunde möchten wir diesen CD-Schrank nochmals vorstellen.

Mitteilung der Möbelwerkstätte Peter Zuchi.

Fruchtloses Bemühen

Die Essenz des Krieges aus Angstschweiß, Blutgeruch und schrecklichem Krepieren bleibt ausgespart, wie sehr sich ein Kriegsfilm oder Antikriegsfilm auch bemüht.

Rudolf John über die Vorteile der Wirklichkeit gegenüber dem Film.


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