Tito lebt

Kultur | KIRSTIN BREITENFELLNER | aus FALTER 28/02 vom 10.07.2002

EX-JUGOSLAWIEN. Junge Autoren erzählen neue gute alte Geschichten von Kindersommern, von Liebe und Tod - Geschichten mit und ohne Tito. 

Josip Broz Tito, 1892-1980: Das scheint noch immer der neuralgische Punkt zu sein, um den die postjugoslawische Literatur kreist. Auch dann, wenn sie ihn auszusparen versucht. Denn der Titel der Debüt-Erzählungen der 1973 in Dalmatien geborenen Marica BodrozÇic´, "Tito ist tot", liegt eher in den Verkaufsstategien des Verlags begründet als im Gegenstand der 24 kurzen Erzählungen mit ihren jungmädchenhaft anmutenden Themen auf der Suche nach dem "Erbe meiner Kindheit", dem Sehnsuchtsort am "äußersten Ende" des Orients, den BodrozÇic´ mit zehn Jahren Richtung Deutschland verließ.

  "Wir waren in ein Land gezogen, dessen Sprache ich noch nicht sprach, die mich aber eigenartig umspülte, als schwömme ich in ihr wie in einem Bassin wundersamer Töne." Mit der deutschen Sprache nun, die die Autorin in einem erstaunlich reifen, sicheren Stil zu


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