Sideorders: Individualisten

Stadtleben | aus FALTER 28/02 vom 10.07.2002

Ich bin nun mal der Ansicht, dass zeitgemäße Gastronomie so aussehen sollte: hervorragende Ware, Genauigkeit bei den Details, kleine Auswahl individueller Gerichte mit Persönlichkeit und Stil, aber dafür Verzicht auf Standards und Klischees. Geschmackvolle Gestaltung, interessante und preiswerte Weine in überschaubarer Menge. Hm, ja, genau so sollte es sein. Annäherungen an dieses so freilich etwas akademisch wirkende Ideal finden sich hier:

Kim kocht, 9., Lustkandlg. 6, Tel. 319 02 42, Mo-Fr 18-24 Uhr.

Das zurzeit wohl ausreservierteste Lokal der Stadt, da bekommt man sogar bei Fabios leichter einen Tisch. Kein Wunder: Sohyi Kims Asia-Küche ist schlichtweg grandios, hat Weltstadtniveau, und es gibt eben nur 20 Plätze (jetzt im Sommer etwas mehr). Kochindividualismus par excellence.

Tancredi, 4., Große Neug. 5, Tel. 941 00 48, Mo-Fr 11.30-14.30, Mo-Sa 18-24 Uhr, www.tancredi.at

Die spannendste und witzigste Neuinterpretation der Wiener Küche seit langem: Bei Peter Neurath bleibt nichts so, wie man es überall anders bekommt, tolle Mischung von Beisl-Grind und modernem Design, tolle Weine.

Kochwerkstatt, 7., Spittelbergg. 8, Tel. 523 32 91, tägl. 18-24 Uhr.

Klein, fein und speziell. Oliver Hoffinger wechselt oft die Karte, lässt aber auch seine mittlerweile fast schon zu Klassikern gewordenen Kreationen nicht unter den Tisch fallen. Urbane Küche mit Hang zu französischer Größe, entsprechende Preise.

Theatercafé, 6., Linke Wienzeile 6, Tel. 585 62 62, Mo-Sa 10-2, So 15-2 Uhr, www.theatercafe-wien.at

Alexander Mayer ist zurzeit wahrscheinlich der beste Vertreter der so genannten Fusions-Küche. Seine Kreationen gewannen im vergangenen halben Jahr noch einmal an Witz und Finesse, viele Luxushütten könnten froh sein, wenn sie so einen Koch hätten.


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