Grenzgang

Vorwort | RENATE BALIC-BENZING | aus FALTER 29/02 vom 17.07.2002

JUGENDSCHUTZ. Auch wenn es noch so viele Gesetze gibt - es ist sehr schwer, Jugendliche vor sexueller Ausbeutung zu schützen.

ÖVP und FPÖ haben im Parlament vergangene Woche auf die Schnelle ein paar Jugendschutzbestimmungen beschlossen, die dem Lebensalltag von Jugendlichen nicht gerecht werden. Es wurden neue Paragraphen erfunden, die sich im Vollzug gegen die wahren sexuellen Ausbeuter als wirkungslos erweisen, aber neue Repressionsmöglichkeiten gegen Jugendliche eröffnen werden. Das neue Wiener Jugendschutzgesetz 2002 ist hingegen das Ergebnis einer langen und gründlichen Diskussion unter Experten. Die Stadt hat Jugendpolizei, Jugendgerichtshof, Kinder- und Jugendanwaltschaft, Kinderpsychiatrie, Jugendwohlfahrt und vor allem viele Jugendliche beteiligt.

  Natürlich steht der Schutz von Jugendlichen vor sexueller Ausbeutung an erster Stelle. Daher ist es gut, wenn Gesetzeslücken aufgezeigt werden und Mängel beseitigt. In der Praxis wird die Situation aber oft nicht in ihrer


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