Wanted: Wunderwuzzis

Vorwort | KLAUS TASCHWER | aus FALTER 29/02 vom 17.07.2002

KOMMENTAR. Die radikale Universitätsreform bringt unternehmensähnliche Managementstrukturen. Wer aber sollen diese Manager sein? 

Das neue Gesetz ist zweifellos ein historischer Meilenstein. In der Universitätsgeschichte Österreichs gab es kaum eine vergleichbar einschneidende Reform wie jene, die vergangenen Donnerstag mit den Stimmen der beiden Regierungsparteien beschlossen wurde. Eine der letzten ähnlich radikalen Umwälzungen verantwortete vor knapp einem Vierteljahrtausend Maria Theresia bzw. ihr Berater Gerard van Swieten (1700-1772). Die Ironie der Geschichte: In gewisser Weise führt das neue Gesetz genau jenen Zustand herbei, den man damals abschaffte.

  Damals hatte sich die völlige Autonomie der Universität nicht bewährt, weshalb van Swieten die Universität Wien unter staatliche Kontrolle stellen ließ: Den Professoren wurde das Berufungswesen entzogen und ihre finanzielle Unabhängigkeit eingeschränkt. Das machte den Leibarzt Maria Theresias unter den Universitätsangehörigen


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