DOLM DER WOCHE: W. Schüssel

Politik | aus FALTER 29/02 vom 17.07.2002

Daran, dass der Bundeskanzler nicht der Erste ist, der bei Ausrutschern nach rechts seines Koalitionspartners den Mund aufmacht, haben wir uns schon fast gewöhnt. Aber eine halbe Stunde im Parlament zur Causa Stadler zu sprechen und dabei den Volksanwalt kein einziges Mal zu erwähnen, ist schon eine ziemliche Leistung. Kein Wort der Kritik an Stadler, geschweige denn eine klare Absage an dessen Geschichtsbild. Stattdessen hielt Schüssel im Parlament eine Geschichtsstunde, die nicht nur Historiker den Kopf schütteln lässt: Dass Adolf Hitler "das macht- und willenlos gemachte Volk in einen sinn- und aussichtslosen Eroberungskrieg geführt hat, den kein Österreicher jemals wollte", las der Bundeskanzler vor versammelten Parlamentariern vor und meinte dann lediglich, es habe Opfer auf beiden Seiten gegeben. Manchmal wäre es doch besser, Wolfgang Schüssel würde viel, viel öfter schweigen.


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