PRESSESCHAU

Medien | CHRISTOPHER WURMDOBLER | aus FALTER 29/02 vom 17.07.2002

"Knüller oder Falter?" Diese Schlagzeile springt einem "Falty" (wie Hermes Phettberg Falter-Macher nennt) natürlich ins Auge - selbst wenn es sich nur um die Nullnummer der Zeitung Blatt für Blatt handelt. Dieses Medienwerk taucht wahrscheinlich in der Mediaanalyse nicht auf, handelt es sich doch dabei um die Werbebroschüre eines Toilettenpapierherstellers, die vergangene Woche als Standard-Supplement daherkam. Das blaue A4-Heft widmet sich acht Seiten lang dem Analen und Fäkalen: von der "kleinen Kulturgeschichte" des Klos über Fitness ("Muskelmanöver im WC") bis zu "Basteltipps für Kinder und Gleichgesinnte". Und mit der Überschrift "Knüller oder Falter?" ist natürlich nicht die Zeitung gemeint, die Sie gerade in Händen halten (die wäre natürlich beides), sondern die Tatsache, dass in Deutschland Klopapier "zu 40 Prozent ordentlich gefaltet" wird, "45 Prozent sind emsige Knüller" und "immerhin 15 Prozent wickeln die Zellstoffblätter um die Hand". Kurz: Das Blatt, das im Untertitel "Österreichische Toiletten-News" heißt, besteht zu 100 Prozent aus Werbung. Am Donaukanal überlegt man angeblich eine Klage.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige