STREIFENWEISE

Kultur | MICHAEL OMASTA | aus FALTER 29/02 vom 17.07.2002

Claire und Pierre, das reimt sich, und so ist es kein Zufall, dass die Pharmareferentin zu dem Improvisationsschauspieler eine spontane Zuneigung fasst, als er und seine Kollegen den versammelten Gästen einer Betriebsfeier an der Côte d' Azur schlimme Geschichten über genmanipulierten Lachs auftischen. Fürderhin läuft "Mademoiselle", eine kleine Romanze von Philippe Lioret, trotz allerlei Umwege ab wie am Schnürchen. Claire verpasst ihren Bus, und Pierre nimmt sie im Auto mit: Bevor sie in Paris und ihrem alltäglichen Leben zurück sind, werden sie einander alles über Gott und die Welt und sogar über Leuchttürme (!) erzählen und eine Nacht zusammen verbracht haben. So weit, so vorhersehbar, witzige Dialoge machen noch keinen Film: Dass man sich die 85 Minuten lang trotzdem leidlich gut unterhält, ist dem entspannten Spiel von Sandrine Bonnaire und Jacques Gamblin zu danken.

  Leider gilt das nicht für Famke Janssen und Jon Favreau, die beiden Hauptdarsteller von "Love + Sex", der zweiten "romantischen Komödie" der Woche, die zudem schwer am strohdummen Drehbuch von Writer/Director Valerie Breiman zu tragen haben. Kate, die Journalistin bei einem Frauenmagazin in Los Angeles ist, soll eine Reportage über Beziehungen schreiben: Das gelingt ihr erst, als sie ihren Mr. Right (wieder) gefunden hat. Bis dahin ist es ein ziemlich beschwerlicher, völlig ausgetretener Weg, den die Platituden säumen wie bei uns nur die Hundstrümmerln.


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