"Das Arbeitstier im Blut"

Kultur | MICHAEL OMASTA | aus FALTER 29/02 vom 17.07.2002

FRIEDA GRAFE (1934-2002). Vergangenen Mittwoch starb die bedeutende Filmpublizistin nach schwerer Krankheit in München. 

"Dass man eine Theorie so richtig schön verinnerlicht und dann für die Zeitung schreibt: Das ist mein Ideal."

(Frieda Grafe)

Bücher zu schreiben kam ihr nie in den Sinn, eine Filmtheorie zu verfassen schon gar nicht. Frieda Grafe war Filmkritikerin: Etwas schnell zu vermitteln, auf das Kino als "zusammengesetztes Medium" zu reagieren, methodisch zwischen verschiedenen points de vue hin- und herzuspringen und beim Schreiben möglichst beweglich zu bleiben war ihr Credo. "Sie hat quer gedacht, wo es eine Neigung gab, geradeaus zu schreiben", heißt es im Nachruf der Süddeutschen, jener Zeitung, der sie zwei Jahrzehnte lang aufs Engste verbunden war. In einem Aufsatz über Howard Hawks, 1985 ebendort erschienen, notierte Grafe über eine "Kollegin" (Rosalind Russell, die Heldin der Komödie "His Girl Friday"): "Sie möchte als Reporter aussteigen, um ein weibliches


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