Aufgeblättert

SEBASTIAN FASTHUBER | Kultur | aus FALTER 29/02 vom 17.07.2002

Vor fünf Jahren gaben Stefan Münker und Alexander Roesler mitten in der ersten Aufbruchsstimmung um das World Wide Web den Band "Mythos Internet" heraus. Viel war in dem kulturwissenschaftlichen Reader von unbegrenzten Möglichkeiten und Utopien die Rede. Nach dem Ende der Internet-Euphorie ist im Netz längst der Alltag eingekehrt, den Münker, Roesler und eine Reihe anderer Autoren jetzt in dem Band "Praxis Internet. Kulturtechniken der vernetzten Welt" untersuchen. Grundthese: "Die schnelle Durchsetzung des Internet hat sich als Effekt der Praxis erwiesen." Die Beiträge thematisieren einzelne Bereiche wie Arbeiten mit dem Netz, Internet-Ökonomie, Urheberrechte, Spielen oder Chatten (aus literaturwissenschaftlicher Perspektive) und sind allesamt äußerst informativ und tatsächlich denkbar unspekulativ gehalten.

  Dass sich längst nicht alle Praktiken im Netz durchgesetzt haben, beweist die wohl kokett gemeinte Frage "Was um alles in der Welt ist digitale Literatur?" auf der Rückseite

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