NÜCHTERN BETRACHTET: Wie sich R.A.H. für mich anfliegen ließ

Kultur | aus FALTER 29/02 vom 17.07.2002

Der Sommer ist ein tiefes Loch, und wir sitzen am Boden", meinte der späte Hölderlin ganz richtig. Das Sommerloch hat auch mich verschlungen. Die Erlebnisfähigkeit ist auf den absoluten Nullpunkt gesunken, schon ein bisschen Selbstbefleckung macht viel zu viel Arbeit. Alles, was bleibt, ist, sich in klimatisierte Schickimicki-Lokale zu schleppen, in der beleibte Fifty-Somethings mit Baseballkappen und Pferdeschwänzen herumplärren, als gehörte die Brunello-Bude ihnen (was natürlich durchaus sein kann), dort in Duldungsstarre zu verharren und den winzigkleinen Bieren beim Verdunsten zuzusehen. Aber, wie es beim mittleren Deix so schön heißt: "Freunde in der Not, gehn sieben in ein Boot." Während mich Freund Slomo letzte Woche mit einem dreistündigen, von zahlreichen Zwickelbieren flankierten Freiluftvortrag zum Thema "Die Versäumnisse des deutschen Feuilletons" unterhielt, der in der Forderung "Weniger Heidegger, mehr Hirnphysiologie" kulminierte, ergötzte mich Royal Albert Hall


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