Sideorders: New Beisl

Stadtleben | aus FALTER 29/02 vom 17.07.2002

Feng-Shui hin oder her - die früher haben jedenfalls schon gewusst, wo sie ihre Gasthäuser hinsetzen. Und deshalb sind - ohne mich da jetzt auf esoterisches Dünneis begeben zu wollen - so alte Gasthäuser oft irgendwie unheimlich starke Orte. Vor allem dann, wenn die Substanz behutsam erneuert wurde und ein neues Essen mit Bodenhaftung und mütterlichem Witz gekocht wird. Hier zum Beispiel:

Schilling, 7., Burgg. 103, Tel. 524 17 75, tägl. 11-1 Uhr.

Von Tino Pontoni einst wunderbar renovierter Branntweiner. Tinos Mutter briet den besten Schweinsbraten der Stadt, das Schicksal meinte es aber trotzdem nicht gut mit dem Lokal. Auch nach Übernahme stimmig und schön, Essen tadellos.

Steman, 6., Otto-Bauer-G. 7, Tel. 597 85 09, Mo-Fr 11-24 Uhr.

Das frühere Zur Stadt Salzburg, von zwei jungen Gastronomen übernommen und seiner Speisehausatmosphäre glücklicherweise überhaupt nicht beraubt. Mutige Ausflüge in die Wiener Hardcoreküche.

Zur Schönen Perle, 2., Leopoldsg./ Große Pfarrg., Mo-Sa 11-2, So 11-1 Uhr.

Aichmayrs erster Streich in Sachen eigenes Lokal: Ex-Chinese wurde von Zwischendecken befreit, mit witzigem Design ausgestattet, ist jetzt wie Altwiener Speisehaus des Jahres 2500. Tolle Küche von Paul Luftensteiner.

Tancredi, 4., Große Neugasse 5, Tel. 941 00 48, Mo-Fr 11.30-14.30, Mo-Sa 18-24 Uhr.

So kanns auch gehen: Grindbeisl wurde ausgeräumt bis auf das, was nach wie vor Witz und Sinn hat, Peter Neurath kocht Wiener Küche mit Aha-Effekt.

Gmoakeller, 3., Am Heumarkt 25, Tel. 712 53 10, Mo-Sa 11-24 Uhr.

Archetyp des neu bespielten Grindbeisls: Der Gmoakeller erfreute sich schon vor der Neuübernahme ob der gnadenlosen Wiener Küche großer Beliebtheit. Jetzt etwas feineres Gedeck, aber immer noch authentisch.


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