Staatskriminalität

Vorwort | ARMIN THURNHER | aus FALTER 30/02 vom 24.07.2002

SEINESGLEICHEN GESCHIEHT Für Law and Order den Rechtsstaat opfern? Der Mafia-Ermittler-Skandal zeigt, wohin das führt. 

Wozu brauchen wir den Rechtsstaat? Brauchen wir in Zeiten wachsender Unsicherheit und immer besser organisierter Kriminalität nicht vielmehr eine starke Hand gegen Missstände? Solche Fragen zeigen: Nicht nur der Rechtsstaat, der Staat selbst ist aus der Mode. Zumindest die Idee des Staates. Je besser der Obrigkeitsstaat entwickelt war, desto höher die klammheimliche Staatsfeindlichkeit der Bürger, die sich noch immer als Untertanen begriffen. Während andere Länder ihre Monarchen entweder köpften oder auf Repräsentationsfiguren umstellten, regierte in Österreich statt des Staats eine Familie.

  Das soll nicht heißen, Österreich habe keine Tradition staatlicher Strukturen. Im Gegenteil, die Habsburger-Monarchie hat uns nicht nur ausgezeichnete Verwaltungsformen hinterlassen, sondern auch deren Vollzieher, den josefinischen Beamten, ein idealtypisches Muster


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