Petersil schmeckt bitter

Vorwort | RAIMUND LÖW | aus FALTER 30/02 vom 24.07.2002

AUSLAND Selbst bei nichtigsten Anlässen wie dem Perejil-Konflikt zeigt sich die Ohnmacht der EU-Außenpolitik. Als der letzte spanische Fremdenlegionär vergangene Woche die von den Marokkanern "Leila" und von den Spaniern "Perejil" (Petersilie) genannte Felseninsel vor der marokkanischen Küste verließ, war bei den Diplomaten diesseits und jenseits des Atlantiks ein deutliches Aufatmen zu verspüren. Der größte Druck zur raschen Beendigung des operettenhaften Streits war aus den USA gekommen, deren Außenminister Colin Powell mehrmals persönlich in die Verhandlungen zwischen Rabat und Madrid eingegriffen hatte. Denn die Eskalation eines zusätzlichen Konflikts mit der islamischen Welt, noch dazu aus so nichtigem Anlass, wäre das Letzte gewesen, was der Westen gegenwärtig brauchen könnte. Schon die paar hundert marokkanischen Jugendlichen, die begannen, in Palästinenserpose Steine auf die kreuzenden spanischen Kriegsschiffe zu werfen, trieben manch vorausschauendem Beobachter

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