Geschichte, revisionisted

Vorwort | HANNES SWOBODA | aus FALTER 30/02 vom 24.07.2002

kommentar Für die FPÖ beginnt die Geschichte 1945. Komplexe historische Hintergründe werden ausgeblendet. 

Hätte die FPÖ nicht 27 Prozent der Wählerstimmen, könnte man ihr Geschichtsverständnis als skurrile Dummheit abtun. Ist es aber die Ideologie der zweitstärksten Partei in Österreich, dass von 1945 bis 1955 hierzulande eine "Tyrannei" geherrscht hat und die Vertreibungen in der Nachkriegszeit vollkommen ohne historische Zusammenhänge gesehen werden, gibt es einiges klarzustellen.

  Das letzte Jahrhundert war in Europa von Vertreibungen gekennzeichnet. Manchmal - so im Falle der Türkei und Griechenlands - sprach man euphemistisch von Bevölkerungsaustausch. Manche Vertreibungen, so auch die Vertreibung der "Deutschen" aus den Gebieten der Tschechoslowakei, beruhten auf internationalem Recht. In diesem Fall schwang sowohl Vergeltung als auch Vorbeugung mit: Die mit dem Nazireich verbundene deutschsprachige Bevölkerung sollte einen Teil der Buße auf sich nehmen und nie


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