PRESSESCHAU

Medien | CHRISTOPHER WURMDOBLER | aus FALTER 30/02 vom 24.07.2002

Vergangene Woche bekam das Land seine "Rubens-Oma". Ganzseitig bunt am Krone-Cover, in ihrer Küche sitzend fotografiert. Zwei Kleinformat-Reporter hatten eine 89-jährige Oberösterreicherin ausfindig gemacht, die angeblich die Besitzerin des Rubens-Bildes ist, das in London für 77 Millionen Euro versteigert wurde. Kurz darauf (und einen Besuch von Ö3 später) hieß es dann, dass die "Rubens-Oma" gar nicht die echte Besitzerin sei. Dann lüftete - ebenfalls am Cover - der "Top-Experte" vom Dorotheum quasi als Rubens-Opa das Geheimnis. Und im Originalzitat den (bislang von der Krone immer nur abgekürzten) Namen der vermeintlichen 77fachen Millionärin. Der Rubens-Opa, "der den Kunstmarkt besser kennt als seine Westentasche", erklärt den "Kunstkrimi" (Krone-Chef Dichand) folgendermaßen: "In dieser Branche ist vieles möglich. Man ist vorsichtig und diskret." Genau: so diskret, dass Reportern Namen und Daten von Besitzern wertvoller Gemälde gesteckt werden. Und über die Dame, die wenige Tage zuvor noch im Blaugeblümten vom Cover lachen durfte, sagt er: "Solche Leute sind naturgemäß völlig überfordert." Sommerloch? Sicher nicht.


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