WELT IM ZITAT

Kultur | aus FALTER 30/02 vom 24.07.2002

Das Nackte und die Nähe

Wer so schön ist, so glücklich und so erfolgreich, muss immer einen Mantel tragen. Eine Haut über der Haut, damit die Blicke und die Berührungen nicht ins Nackte treffen. Kein Panzer ist das bei Veronica Ferres. Auch kein Zuckerguss. Es ist eine Aura, ein Kraftfeld, das wie ein Navigationssystem funktioniert: Vollautomatisch auf Distanz gehen, wenn sich Nähe aufzudrängen droht.

Marga Swoboda in Format. Wir fassen zusammen: Veronica Ferres hat einen Mantel, der kein Panzer und kein Zuckerguss, sondern eher eine Art navigierende Aura ist.

Scharf wie zwei Revolver (gezogen)

Vroni, der demoskopisch ausgewiesene Traum aller deutschen Männer. Millionen hätten gerne nur das eine von ihr. Und dann vernichtet sie alle schmutzigen Gedanken mit diesem Blick, der scharf sein kann wie zwei gezogene Revolver. Selbstbestimmung total, keine Puppe, die ferngesteuert auf Trab kommt.

Noch einmal Marga Swoboda in ihrem lakonisch-distanzierten Porträt von Veronica "Vroni" Ferres.

Ohne jede Inszenierung

Einen Monat vor der Geburt des ersten Kindes wurde Marzipanhochzeit gefeiert auf Schloss Mirabell mit Martin. Fünfzehn Kutschen, praller Bauch, keine inszenierte Show, nur die Erfüllung eines Märchentraums.

Marga Swoboda über die uninszenierte Hochzeit der Ferres.

Deppert alle zwei!

Beide Herren haben schwerste Traumata nach der nationalsozialistischen Geschichte. Der eine, weil er sie nicht wahrhaben will, der andere, weil er sie erlitten hat. Man mag also die daraus resultierenden Geisteskrankheiten verschieden beurteilen.

Werner Schneyder vergleicht in Format allen Ernstes Marcel Reich-Ranicki mit Ewald Stadler und empfiehlt beide der Psychiatrie an.


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