Die beste aller Welten

Kultur | DANIEL KEHLMANN | aus FALTER 30/02 vom 24.07.2002

LITERATUR. Voltaires grandioser satirischer Roman "Candide" ist "der" Bestseller der Aufklärung. Nun ist er in der bislang besten deutschen Übersetzung neu aufgelegt worden. 

Es gibt viele gute Schriftsteller, aber nur wenige, die ein Glücksfall in der Geschichte der Menschheit sind. Einer davon, das kann man ohne Pathos sagen, ist François-Marie Arouet, der mit vierundzwanzig Jahren beschloss, sich Voltaire zu nennen.

  "Wenn die Welt heute nur noch zu zwei Fünfteln aus Schurken und zu drei Achteln aus Idioten besteht", schrieb Egon Friedell, "so ist das zu einem guten Teil ihm zu verdanken." In einer Zeit, in der die Literatur so einflussreich war wie nie zuvor und danach niemals wieder, war Voltaire ihr wirkungsmächtigster Vertreter: In seinen Memoiren erinnert sich Goethe an einen auf deutschen Jahrmärkten gezeigten Hund, welcher in der Lage war, aus einem Stück Brot ein Porträt Voltaires zu beißen; nicht nur eine beeindruckende Dressurleistung, sondern auch ein Zeichen


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