Die Farbe des Krieges

MATTHIAS DUSINI  | Kultur | aus FALTER 30/02 vom 24.07.2002

KUNST. In der Sammlung Essl ist der Kalte Krieg noch nicht zu Ende. Dies beweisen eine neue Sammlungspräsentation und eine Sonderausstellung zum Thema Malerei. 

Im Frühjahr 1958 fand in einem Hotel in Meran ein konspiratives Treffen statt. C. D. Jackson, der Vizepräsident des Time-Life-Konzerns, war aus New York angereist, um eine österreichische Delegation zu treffen. Unter anderem nahmen Bruno Kreisky, Staatssekretär im Außenministerium, Christian Broda, der spätere Justizminister, und Fritz Molden, der damalige Herausgeber der Presse, an dem Treffen teil, bei dem der Plan für eine propagandistische Schlacht des Kalten Kriegs beschlossen wurde.

  Diese Schlacht wurde im folgenden Sommer 1959 geschlagen: Als in Wien die von der KPÖ veranstalteten Weltjugendspiele stattfanden, zu denen 60.000 Jugendliche aus 54 Staaten anreisten, ging eine groß angelegte Gegenveranstaltung über die Bühne, die in jenem Meraner Hotel konzipiert worden war. Während im Wiener Stadion "Vorführungen

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