Stadtrand: Wia eana Baik

Stadtleben | aus FALTER 30/02 vom 24.07.2002

Die Woche eins des zweiten Anlaufs der Gratisrad-Aktion "Viennabike" scheint dann doch ganz zufrieden stellend verlaufen zu sein: Menschen mit strahlenden Gesichtern traten in die Öffi-Pedale, glücklich klingelnd. Bei den blauen Radständern gabs meist Nachschub, und wer gratis in den Prater oder auf die Donauinsel biken wollte, wurde freundlich, aber bestimmt aufgehalten. Irgendwie funktionierte das Konzept dann plötzlich doch (und nur böse Zungen unterstellen, dass das ausschließlich daran liegt, dass die Stadt ohnehin leer ist und die meisten Idioten im Urlaub sind). Mein deutscher Besucher hat jedenfalls vergangene Woche die meiste Zeit auf dem Sattel eines rosa oder (wenns möglich war) blauen Viennabikes verbracht, ist keinen Weg mit dem Auto oder der U-Bahn gefahren und war schwer angetan vom Gratisrad. So sehr, dass er beschlossen hat, sich wieder ein Fahrrad zu kaufen - womit ein wichtiger Punkt des Projekts aufgegangen wäre. Nämlich Leute (zurück) auf den Fahrradsattel zu bekommen. Allerdings sind viele Viennabiker im Verkehrsleben extrem unsicher, fahren lieber am Gehsteig, haben von Regeln keinen Schimmer, und wenns brenzlig wird, klingeln sie einfach. Als nächster Schritt müsste jetzt die Stadt fahrradtauglicher gemacht werden: mehr gekennzeichnete Radspuren, mehr Radwege, mehr Sicherheit, bitte. C. W.


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