VOR 20 JAHREN IM FALTER

Vorwort | aus FALTER 31/02 vom 31.07.2002

... diskutierten Politiker über die heimische Rüstungsindustrie.

Wenn ein Betrieb weder bei Autobussen, Geländefahrzeugen, Holzmaschinen oder mit der Motorenerzeugung etwas verdient, sondern nur bei Panzern, so kann auch bei diesem Betrieb etwas nicht stimmen", erklärte SPÖ-Nationalratsabgeordneter und Eisenbahner-Gewerkschaftsvorsitzender Fritz Prechtl zur Geschäftspolitik des größten österreichischen Waffenproduzenten, der Steyr-Daimler-Puch AG. Die VOEST in Liezen habe deshalb auf Waffenproduktion umstellen müssen, "weil man sich europaweit nicht auf die Finanzierung der automatischen Eisenbahnwaggon-Kupplung einigen konnte, ein Programm, das in Österreich alleine 1.600 Menschen beschäftigt hätte", informierte Prechtl Teilnehmer und Publikum der Podiumsdiskussion "Rüsten und stempeln", bei der am 23. Juni in der Volkshochschule Hietzing Politiker, Wissenschafter und Vertreter der Friedensbewegung über die Themen Rüstungsproduktion, Arbeitsplatzsicherung, Landesverteidigung und Friedenserhaltung debattierten. Dem Argument, Rüstung schaffe Arbeitsplätze, begegnete Prechtl mit dem Hinweis, dass "gerade jene Länder, die heute über die beste und potenteste Rüstungsindustrie verfügen, derzeit die höchsten Inflations- und Arbeitslosenraten haben, etwa die USA, Großbritannien und Frankreich". Die Gewerkschaften seien sehr daran interessiert, dass "friedliche" Produkte erzeugt werden, erklärte der Eisenbahner-Chef, der Umstellungsprozess sei jedoch sicherlich kein leichter. ÖVP-NR-Abg. und Wehrsprecher Ermacora sieht in der Waffenproduktion "kein wirtschaftliches Hoffnungsgebiet". In seinem Diskussionsbeitrag betonte er, dass es "moralisch unzulässig ist Waffen in Gebiete zu liefern, die von schweren Menschenrechtsverletzungen gekennzeichnet sind."


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