Verkauft die Kunsthalle!

Vorwort | JAN TABOR | aus FALTER 31/02 vom 31.07.2002

KOMMENTAR. Ihre Übersiedlung vom MQ unter den Karlsplatz könnte das Wiener Dilemma der Präsentation moderner Kunst lösen. 

Dem Wiener Konzept des Museums des 19. Jahrhunderts liegt die schöne und nicht ganz falsche Annahme zugrunde, dass es bereits genug Kunst auf der Welt gäbe. Aus diesem Grund baut man Museen, das Museum moderner Kunst etwa, grundsätzlich ohne Räume für Wechselausstellungen. Allerdings will die Kunstgeschichte kein Ende nehmen. In einst ungeahnten Dimensionen wird Kunst geschaffen, angeschafft und umhergeschoben. Dadurch sind die Museumsleute von heute, selbst jene, die mental noch im 19. Jahrhundert stecken (was in Wien die meisten sind), in eine geradezu moderne Verlegenheit geraten: Wenn sie Ausstellungen machen wollen, müssen sie wagemutig improvisieren, was das Zeug (Räume, Kunstwerke, Besucher) hält.

  Zum Beispiel Wilfried Seipel, Generaldirektor des Kunsthistorischen Museums: Wenn er mit Ausstellungen wie "Weißes Gold der Eskimos" (Generalsponsor


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