WAS WAR/KOMMT/FEHLT

Politik | aus FALTER 31/02 vom 31.07.2002

WAS WAR

Asylgrund genitale Verstümmelung Das Urteil rettete einer jungen Afrikanerin vielleicht das Leben und bedeutet Hoffnung für zahlreiche andere Flüchtlinge: Erstmals gewährte der Unabhängige Bundesasylsenat einer Frau Asyl wegen ihrer wohlbegründeten Furcht vor einer Verstümmelung ihrer Genitalien in ihrem Herkunftsland. Die Antragstellerin stammt aus Kamerun, wo sie von ihrem Onkel ohne ihr Wissen einem Mann als Ehefrau versprochen wurde. Vor der Hochzeit hätte sie sich einer brutalen Genitalverstümmelung unterziehen sollen. Da schon ihre Schwester infolge der gleichen Prozedur gestorben war, entschloss sie sich zur Flucht - und fand nun in Österreich Aufnahme.

WAS KOMMT

Arbeitslose Lehrer Erstaunlich viele junge Menschen wollen trotz erlittener Schultraumata später Lehrer werden. Über die Motive kann man spekulieren - vielleicht ist es einfach Rache. Wenn in fünf Wochen das neue Schuljahr beginnt, werden aber viele Lehrer möglicherweise ihrer Berufung nicht nachgehen können. Laut dem Büro von Bildungsministerin Elisabeth Gehrer gibt es eine Warteliste von rund 5000 Pädagogen, die auf eine Anstellung warten, der Kurier zählte bei einem Rundruf sogar 8300 Lehrer.

WAS FEHLT

Genehmigung für Neonazi-Demo Im April hatten sie in Wien gegen die Wehrmachtsausstellung protestiert, nun wollten sie in Salzburg marschieren: Die vom Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes als "neonazistisch" eingestufte Kameradschaft Germania hatte für den 3. August eine Kundgebung zum Thema "Stoppt den Wahnsinn - Gegen linke Gewalt und Linksextremismus" geplant. Doch die Behörden machten den Aktivisten einen Strich durch die Rechnung und untersagten den Aufmarsch. Begründung: Die Organisatoren seien "einer gewissen Gruppierung zuzuordnen", die nicht unter den "Schutzbereich der Menschenrechtskonvention" fiele. Die Polizei wird dennoch beim vereinbarten Demo-Treffpunkt vorbeischauen. Für alle Fälle.


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